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Urabstimmung der GDL – große Mehrheit für unbefristete Streiks der Lokführer

Montag, März 14th, 2011

Montag, 7. März 2011

GDL – große Mehrheit für unbefristete Streiks der Lokführer
Reisende in Deutschland vor weiteren Ausfällen und Verspätungen der Bahnen – die Lokführer haben sich bei ihrer Urabstimmung mit großer Mehrheit für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Am Dienstag soll es jedoch noch keine Arbeitsniederlegungen geben.

BERLIN – Erneut müssen sich Geschäftsreisende, Unternehmen und Privatreisende auf massive Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen. Der inzwischen für diese Woche angekündigte, unbefristete Streik betrifft sowohl die Deutsche Bahn als auch die anderen 6 Wettbewerber, die in Deutschland regionalen Streckenverkehr anbieten.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte nach den 3 Warnstreiks innerhalb der vergangenen 2 Wochen bereits den unbefristeten Streik angekündigt. Im Rahmen der Urabstimmung wurde diese Entscheidung mit einer Wahlbeteiligung von 81% durch die Lokführer bestätigt. Dabei stimmten 92% der Lokführer bei der Deutschen Bahn und sogar 96% der Lokführer bei den Privatbahnen für den unbefristeten Streik.

GDL-Chef Claus Weselsky kündigte nun unbefristete Arbeitsniederlegungen noch für diese Woche an, um den Forderungen der Lokführergewerkschaft Nachdruck zu verleihen. Bislang erhalten die Lokführer der Privatbahnen um bis zu 30% weniger Gehalt als ihre Kollegen bei der Deutschen Bahn. Dies will die GDL zu sofort ändern. Bereits am 21. Januar 2011 hatte die GDL die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Der dritte bundesweite Warnstreik am Freitag vergangene Woche hatte für große Schwierigkeiten vor allem auch für Berufspendler gesorgt. Aber auch Wochenendreisende waren davon schwer betroffen.
Viele von ihnen stiegen auf Reisebusunternehmen um, die hierbei die deutlichen Gewinner waren.

Die GDL fordert im Sinne aller Lokführer einen Flächentarifvertrag, welcher 105% des Gehalts der Lokführer bei der Deutschen Bahn vorsehen soll. Ex-Verteidigungsminister Peter Struck bot bereits eine Schlichtung an, um eine Eskalation der Situation zu verhindern – diese lehnte der GDL-Chef jedoch ab.

Der Arbeitskampf um einen einheitlichen Tarifvertrag betrifft ungefähr 26.000 Lokführer bundesweit. Dass vor allem die Fahrgäste unter den Verspätungen und Ausfällen zu leiden haben, sowie andere Unternehmen, sei der GDL sehr wohl bewusst, sagte Claus Weselsky, dennoch könne nur so der Druck auf die Arbeitgeber aufrecht erhalten werden.

Allerdings wird es am Dienstag noch zu keinen Arbeitsniederlegungen kommen, zu Gunsten aller Faschingsreisenden. Ab Aschermittwoch ist allerdings bundesweit damit zu rechnen, dass der unbefristete Streik umgesetzt werden wird. Berufspendler, Geschäftsreisende und auch Privatreisende werden dann mit massiven Störungen im Ablauf des Bahnverkehrs rechnen müssen. Vor allem müssen viele Unternehmen wieder mit Ausfällen ihrer Belegschaft rechnen, was zu einem groben Eingriff in deren Unternehmensplanungen führen wird.